Beton ist nicht gleich Beton. Das Fundament für eine Industriehalle muss anderen Lasten standhalten als das Fundament für die Terrasse im Garten. Je nach Anwendungszweck wurden im Laufe der Zeit verschiedene Arten von Beton entwickelt, deren Eigenschaften auf die speziellen Anforderungen zugeschnitten sind. Wir verwenden für unsere Entwässerungssysteme fasermodifizierten Beton sowie Polymerbeton. Beide Werkstoffe sollen im Folgenden mit herkömmlichen Sand-Zement-Beton bzw. Normbeton gemäß DIN EN 206 und DIN 1045 verglichen werden. Fasermodifizierter Beton zeichnet sich dadurch aus, dass kurz vor Ende des Mischprozesses Kurzfasern, zum Beispiel Glasfasern, mit 0,1-0,3 % des Gesamtgewichts hinzugegeben werden. Beim Polymerbeton wird die Stoffmatrix durch Zugabe von Polymerharzen maßgeblich verändert, was auch zu größeren Veränderungen der Stoffeigenschaften führt.
Beständigkeit gegenüber Wasser und Chemikalien
Herkömmlicher Beton verfügt über Luftporen, in denen Wasser aufgenommen werden kann, was die Anfälligkeit gegenüber Frost abfedert. Jedoch ist die Resistenz gegenüber Chemikalien wie Ölsäuren gering. Dringen diese in das Porenvolumen ein, können ebenso Schäden in Form von Abplatzungen entstehen wie bei zu stark frequentierten Frost-Tausalz-Zyklen. Die Fasern des modifizierten Betons sind zwar inert, jedoch ist ihr Anteil zu gering, um die Porösität und damit die Anfälligkeit gegenüber Wasser und Chemikalien maßgeblich zu beeinflussen. Polymerbeton hingegen ist mit seiner veränderten Stoffmatrix nahezu porenfrei und nimmt (fast) kein Wasser auf. Ebenso ist er gegenüber Chemikalien widerstandsfähiger.
Physikalische und mechanische Charakteristika
Die Druckfestigkeit von herkömmlichem und fasermodifiziertem Beton ist annähernd gleich. Jedoch ist die Biegezugfestigkeit von fasermodifiziertem Beton leicht stärker, da die Fasern zusätzlich auftretende Kräfte bei RIssbildungen aufnehmen. Die Festigkeit von Polymerbeton übersteigt die der anderen beiden Betonarten um ein Vielfaches. Das führt auch zu einem Vorteil beim Gewicht: während alle drei Betonarten vergleichbar hohe Dichten von gut 2 t/m³ aufweisen, können Polymerbetonteile deutlich dünner ausgelegt werden und sind dadurch deutlich leichter. Gleichzeitig sinkt beim Einsatz der Harze die Aushärtezeit, was den Einsatz noch reizvoller macht.
Einsatzzwecke, Kosten & Nachhaltigkeit
Beton ist ein weit verbreiteter, weil kostengünstiger, Standardbaustoff mit diversen Anwendungsfeldern sowhl im Hoch- als auch in unserem Spezialgebiet, dem Garten-, Landschafts- und Tiefbau. Der Faserzusatz erhöht die Kosten für den modifizierten Beton leicht, aber auch hier bieten sich vielfältige Nutzungszwecke auch im Schwerlastbereich an. Der Zusatz von Harzen samt Bindemitteln macht Polymerbeton zum teuersten der drei betrachteten Betonarten, gleichzeitig jedoch auch zum langlebigsten und optisch auffälligsten. Auch nach der Produktlebenszeit finden die Materialien als Bauschutt und mineralisches Schottermaterial Verwendung. Auch wenn die Polymere im Gesteinskörper gebunden sind, sind hier die Bedenken bei Polymerbeton am höchsten, da Kunststoffabfälle nicht so einfach recyclebar sind wie herkömmliche Betonreste.
Die klassischen Betonbestände sind im Harz gebunden