Wie wächst man vom Garagenbetrieb zum branchenetablierten Mittelstand innerhalb zweier Generationen? Mit Geduld, Hingabe und Leidenschaft, Kreativität, Durchhaltevermögen und vielem mehr. All diese Eigenschaften brachte der Gründer und gelernte Karosseriebauer Richard Brink mit – und sollte ihm einmal etwas davon fehlen, konnte er sich stets auf seine Frau Annegret verlassen. Was als Ein-Mann-Betrieb in der heimischen Garage in Schloß Holte-Stukenbrock begann, entwickelte sich zu einem in der Baubranche bekannten mittelständischen Familienunternehmen, das heute von der Konstruktion über den Vertrieb bis zum Marketing alle Prozesse unter einem Dach abwickelt. Der Generationenwechsel im Jahr 2007 markiert sehr passend den Übergang vom analogen ins digitale Zeitalter. Aus einem Dutzend Mitarbeitender wurden in den folgenden knapp zwei Jahrzehnten über 160, die Automatisierung in den Produktionsprozessen schritt im selben Tempo voran.
Regional verwurzelt, international ausgerichtet
Dieser Zuwachs ging einher mit der sich stets vergrößernden Produktpalette und der daraus resultierenden Erschließung neuer Kundengruppen. Der damalige Schlosserei-Betrieb fertigte am Anfang noch kunstgewerbliche Erzeugnisse wie Wetterfahnen sowie Schmiedeeisen, bevor 1982 die ersten Schornsteinabdeckungen das Sortiment erweiterten. Auf den Umzug an den heutigen Unternehmenssitz 1996 folgte die Fertigung von Kantprofilen. In den 2000er Jahren kamen Kiesfangleisten sowie weitere Drainage- und Entwässerungssysteme, heute die größte Produktgruppe des ostwestfälischen Metallwarenherstellers, hinzu. Ein weiteres Jahrzehnt später hielten schließlich die Pflanzsysteme als neue Sparte ihren Einzug, während die Schwerlast-Entwässerung mit der Fertigung von Betonrinnen 2016 eine wesentliche Erweiterung erfuhr. Damit zählten nach der Jahrtausendwende diverse Zielgruppen – vom Dachdecker über den Garten- und Landschaftsbauer bis hin zum Straßen- und Tiefbauer – zum Kundenstamm des Unternehmens. Darüber hinaus hat die Firma Richard Brink auch ihren Vertrieb fortlaufend ausgebaut und in Europa internationale Märkte erschlossen. Eine solche Entwicklung ist nur möglich, wenn viele Rädchen ineinander greifen und sich zur richtigen Zeit die richtigen Leute am richtigen Ort zusammenfinden.
Damals wie heute
Zu den jüngsten Meilensteinen zählt insbesondere die Erweiterung der Betriebsflächen in Form einer zuletzt eingeweihten doppelgeschossigen Produktions- und Lagerhalle mit 3.400 m² Grundfläche samt angegliedertem Bürotrakt. Entsprechend erinnert heute nicht mehr viel an die Ursprünge der Garagen-Werkstatt inmitten einer Wohnsiedlung. Einiges ist jedoch aus der Anfangszeit geblieben: „Wir verkaufen nichts, was wir nicht auch selber kaufen würden“, schreibt sich der Hersteller von Tag eins an auf die Fahne. In all den Jahren des Bestehens ging es im Kern immer um die Entwicklung ganzheitlicher Lösungen und die Frage: Wie kann dieses Problem baufachlich einfacher und praxisnah gelöst werden? Entsprechend ist es auch heute noch einer der zentralen unternehmenseigenen Leitsätze „Einfach besser“ zu sein. Die kunsthandwerklichen Schmiedeeisenwaren, zu denen auch Fenstergitter sowie Treppengeländer zählten, waren stets Maßanfertigungen. Bis heute besteht der Anspruch der Geschäftsleitung an das eigene Unternehmen, einen Großteil des Sortiments auch als Sonderbau anpassen und nach Kundenwünschen umsetzen zu können, was sich in der Branche als Paradedisziplin des Herstellers etabliert hat.
„Manchmal kann man es kaum glauben, welche Entwicklung das eigene Unternehmen über die Jahre durchlaufen hat, welche Möglichkeiten sich durch neue Produktionsflächen und Maschinen ergeben haben und wie bescheiden und klein im Vergleich alles begann“, bemerkt Stefan Brink, der mit seinen beiden Brüdern Matthias und Sebastian Brink die Geschäftsführung zum Jahreswechsel 2006/2007 übernahm.
„Schon als Jugendliche waren wir in der elterlichen Werkstatt, einer an das Wohnhaus angeschlossenen Garage, in viele Prozesse mit eingebunden. Die Werkstatt war ein fester Bestandteil unseres Zuhauses und dieser persönliche, private Bezug zum eigenen Unternehmen hat sich bis auf den heutigen Tag auch in den später entstandenen Produktionsflächen erhalten. Zu unseren ersten Tätigkeiten im Betrieb zählten damals sowohl kleinere Produktionsaufgaben an der Ständerbohrmaschine, auf der die Gewinde in die Stützstangen der Schornsteinabdeckungen geschnitten wurden, als auch Kuvertier-Aktionen unserer ersten Werberundschreiben, die wir zusammen mit unserer Mutter vorgenommen haben. Die Unternehmung unserer Eltern war stets eine familiäre Angelegenheit – die Küche der Konferenzraum der Familie, was bis zum heutigen Tag auch so geblieben ist.
Was wir seither erreicht haben, erfüllt uns natürlich mit Stolz. Dabei stets den Bezug zu den Wurzeln zu wahren, ist mit Sicherheit eines unserer Erfolgsgeheimnisse. Das Vertrauen unserer Kunden über einen so langen Zeitraum aufrechtzuerhalten, spornt uns an, den Weg weiterzugehen. Wir danken allen Kunden, unseren Lieferanten, Dienstleistern und sonstigen Wegbegleitern, aber in erster Linie natürlich unseren Mitarbeitenden für all das, was wir in den vergangenen 50 Jahren geschafft haben!“
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