„Wir verkaufen nichts, was wir nicht selber auch kaufen würden“

Interview mit Richard Brink

Der Gründer der Richard Brink GmbH & Co. KG aus Schloß Holte-Stukenbrock gab im Gespräch mit der Redaktion seine Firmenphilosophie wieder: „Wir verkaufen nichts, was wir nicht auch selber kaufen würden.“ Weiter berichtete er über den Weg von der Garagenschlosserei zum Experten für Sonderlösungen nach Maß, den gelungenen Generationswechsel in der Geschäftsführung und warum es sich, lohnt ein Handwerk zu erlernen.

Redaktion: Wie kam es zur Gründung Ihres Unternehmens?

Richard Brink: Ich bin gelernter Karosseriebauer und habe mich 1976 dazu entschlossen, ein Gewerbe als Schlossereibetrieb anzumelden. Die ersten Jahre habe ich in der eigenen Garage gearbeitet und 1982 produzierte ich die ersten Schornsteinabdeckungen im Auftrag von Kunden. Bei diesen Aufträgen stellte ich fest, dass sich die meisten Schornsteinköpfe in einem sehr maroden Zustand befanden. Auf die herkömmliche Montageart durch Bohren und Dübeln  konnte man in diesen Fällen nicht mehr zurückgreifen, da man den Schornsteinkopf nur beschädigt hätte. Daraufhin machte ich mir Gedanken, ein System zu entwickeln, welches den Schornstein,  den Schornsteinkopf und die Abdeckung miteinander verbindet – wie aus einem Guss.

Als Lösung dieses Problems entwickelte ich den Schalungsrahmen, der maßgefertigt für den jeweiligen Schornstein einfach aufgesetzt und mit Beton ausgefüllt werden muss. Der Schalungsrahmen sowie die auf ihm montierte Abdeckung werden von uns seit jeher aus dem wetterbeständigen Material Edelstahl gefertigt. Im Laufe der Zeit haben wir dieses Produkt immer weiter verbessert und zusätzliche Produkte wie Kantprofile, Kiesfangleisten, Dränagesysteme und Pflanzsysteme in unser Sortiment aufgenommen.

Schildern Sie uns die Entwicklung von der Garagenschlosserei zur eigenen Produktion.

Bis 1987 habe ich größtenteils alleine in der Garage gearbeitet. Bei vielen Aufträgen oder sperrigen Arbeiten half mir jedoch meine Frau und manche Nacht wurde von uns aufgrund eiliger Aufträge zum Tag gemacht. 1987 haben wir dann eine Halle gemietet und die ersten Mitarbeiter eingestellt. Zwei Jahre später nahmen wir zum ersten Mal an der Messe „Dach+Wand“ in Stuttgart teil und präsentierten unsere Produkte. Es war für mich immer klar, dass wir unsere Produkte präsentieren und bewerben müssen. Die Redewendung „Was man nicht zeigt, kann man nicht verkaufen“ habe ich stets beherzigt. Ich bin auch oft mit dem Ausstellungsanhänger zu Interessenten gefahren und habe mich und meine Produkte vorgestellt. 1996 haben wir dann unweit unseres Wohnhauses und der Garage, in der alles begann, das erste eigene Firmengebäude gebaut.

Wie hat sich Ihre Mitarbeiterzahl entwickelt?

Als wir 1987 in die gemieteten Räume eingezogen sind, haben wir zwei Mitarbeiter beschäftigt. In den darauf folgenden Jahren wurde zunächst ein dritter Mitarbeiter eingestellt und später vier weitere. Nach dem Umzug ins eigene, 1200 Quadratmeter große Firmengebäude im Jahr 1996 ist die Anzahl unserer Mitarbeiter bis heute auf 45 gestiegen. 2007 haben wir die Produktionsfläche um weitere 900 Quadratmeter vergrößert. Die letzte Erweiterung des Firmengebäudes erfolgte vor über einem Jahr durch Zukauf einer weiteren Produktionshalle und eines Verwaltungsgebäudes in unmittelbarer Nachbarschaft.

Wann sind Ihre Söhne eingestiegen?

Der erste meiner drei Söhne, der 1997 in die Firma eingestiegen ist, war Matthias. Danach sind Stefan im Jahr  2002 und Sebastian im Jahr 2004 eingestiegen. Zum Jahreswechsel 2006/2007 verwirklichte sich mein Wunsch, die Firma als Familienbetrieb in die nächste Generation zu übergeben. Wir hatten das große Glück, dass sich unsere Kinder für den eigenen Betrieb interessierten und ihn auch fortführen wollten. Zuvor jedoch habe ich sie ein wenig dahingehend beeinflusst, dass jeder erstmal ein Handwerk erlernte. Denn das Erlernen eines Handwerks schafft gute Voraussetzungen für eine Selbstständigkeit.

Welche neuen Produkte kamen seit dem Einstieg Ihrer Söhne hinzu?

Begonnen haben wir im Jahr 1998 mit den ersten Kantprofilen und Kiesfangleisten. Darauf aufbauend entwickelten sich später die ersten Dränagesysteme. Die zuletzt eingeführten Beeteinfassungen, Hochbeete und Pflanzkästen sowie die Duschrinnen erweiterten unsere Produktpalette um wichtige Segmente zur Erschließung weiterer Zielgruppen. Haben wir vorerst Dachdecker und Zimmerleute als Zielgruppe ins Auge gefasst, sprechen wir damit auch Bauhandwerker, Fliesenleger, Pflasterer und Landschaftsgärtner an. Unsere hochqualitative Maßanfertigung, die fast genauso schnell lieferbar ist wie unser Standard, steht hierbei immer im Mittelpunkt.

Welche Rolle spielen Schornsteinabdeckungen in Ihrem heutigen Sortiment?

Schornsteinabdeckungen spielen auch weiterhin eine bedeutende Rolle, auch wenn Dränagesysteme und Kantprofile sie als spitzenplatzierte Produkte überholt haben. Man hört aber immer wieder, dass unser Name mit Schornsteinabdeckungen in Verbindung gebracht wird. Damit sind wir bekannt geworden.

Wie ist Ihr Unternehmens-Selbstverständnis?

Ich habe immer Wert darauf gelegt, die Kunden anständig zu behandeln, ehrlich zu sein und ein ordentliches Produkt auszuliefern. Das was ausgeliefert wird, muss funktionieren, qualitativ hochwertig sein und gut aussehen. Ich habe immer alles so gemacht, wie ich es selbst gerne gehabt hätte. Mit der gleichen Maxime sind wir auch an unser Mitarbeiterverhältnis herangegangen. Wir fühlen uns unseren Mitarbeitern und ihren Familien gegenüber verantwortlich. Auch ist uns ein freundschaftlicher Umgang auf Augenhöhe sehr wichtig.